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Das Wirken des St. Vinzentius-Zentralvereins geht auf die Taten des heiligen Vinzenz von Paul (1581 – 1660) zurück. Die nach dem Vorbild seines Handelns und seiner Philosophie gegründeten Vinzenz-Konferenzen bestehen seit 1845, welche sich maßgeblich durch die Initiative von Frédéric Ozanam verbreitete. Die Einrichtungen entstanden zumeist aus den Spenden wohlhabender Bürger des Mittelstandes sowie aus Zuwendungen durch Adel und Politik. Seit 1916 ist der St. Vinzentius Zentralverein Fachverband des Deutschen Caritasverbandes.

Vinzenz von Paul

v paulVinzenz von Paul wurde am 24. April 1581 als drittes von insgesamt acht Kindern eines armen Bauern in Pouy in Südfrankreich geboren. Trotz seiner Herkunft gelang es ihm, Theologie zu studieren und bereits 1600 wurde er zum Priester geweiht. In Paris begann seine missionarische Tätigkeit und die Gründung des ersten Caritasvereins zur Betreuung armer und alleinstehender Kranker. So gründete er immer mehr Vereinigungen und verschrieb sich voll und ganz der Hilfe von notleidenden Menschen. Auch die Reform des Klerus war sein Arbeitsgebiet. 1729 wurde er selig- und 1737 heiliggesprochen, 69 Jahre nach seinem Tod.


Frédéric Ozanam

ozanamFrédéric Ozanam, Kind aus einer großen Familie, Sohn eines Arztes, wurde am 23. April 1813 in Mailand geboren. Mit 18 Jahren nahm er das Studium der Rechtswissenschaften und Philosophie in Paris auf. Schon bald jedoch begann Ozanam, nach dem Vorbild der Lehre des Vinzenz von Paul, dort die erste von vielen karitativen Konferenzen – den Vinzenz-Konferenzen – zu begründen. Diese Armenhilfe in Konferenzform verbreitete sich schon bald in ganz Europa, so auch 1845 in München. Ozanam verstarb 1853 und wurde 1997 in Paris selig gesprochen.



Entstehung und Geschichte der Vinzenz-Konferenzen in Deutschland

vinzenz v p karteVinzenz von Paul, der große französische Caritasheilige, der von 1581 bis 1660 lebte, war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts in Deutschland weitgehend unbekannt. Erst am Beginn dieses Jahrhunderts begegnen uns Schriften, die in deutscher Sprache auf dessen Leben und Wirken aufmerksam machen.

Im März 1832 kamen aus dem Elsass die Töchter des heiligen Vinzenz von Paul nach München, um im Allgemeinen Krankenhaus die Krankenpflege zu übernehmen. Schwester Ignatia Jorth war die erste Oberin des Mutterhauses der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in München. Sie zeigte ein besonders aktives Interesse für religiös - caritative Bestrebungen in Richtung Vinzenzverein.
Damit war der Boden bereitet für die Aufnahme der vinzentinischen Idee in Bayern.

1845 Gründung der ersten Vinzenz-Konferenz Deutschlands in München St. Ludwig

Im Jahre 1833 trat die Vinzenz-Konferenz in Paris als eine Laienorganisation katholischer Caritas ins Leben. Friedrich Ozanam (1813 - 1853), damals Student, später Literaturprofessor an der Sorbonne in Paris, ist der Hauptverdienst an der Gründung der ersten Vinzenz-Konferenz zuzuschreiben.

Die persönlichen Kontakte und der Gedankenaustausch des französischen Literaturhistorikers Léon Boré, der um die Mitte der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts in München wohnte, durch seinen Pariser Freundeskreis mit Friedrich Ozanam haben sicher das Entstehen eines Vinzenzvereins in München begünstigt.

Am 17. Mai 1845 kam es zur Gründung der ersten deutschen Vinzenz-Konferenz in der Pfarrei St. Ludwig in München. An diesem Tage erteilte König Ludwig I. die Erlaubnis zur Gründung eines Vereins zur Unterstützung der Armen unter dem Namen "Gesellschaft des hl. Vinzenz von Paul". Das Aggregationsdokument in Paris vom 24. Mai 1845 zählt 43 Mitglieder auf. Neugründungen im Rheinland folgten bald darauf.

Aufbruch der vinzentinischen Bewegung nach dem ersten Deutschen Katholikentag 1848

Eine aufrüttelnde Rede des Parlamentariers August Reichensperger auf dem ersten Deutschen Katholikentag in Mainz 1848 führte zu einem Aufbruch der vinzentinischen Bewegung in Deutschland. Nachdem am 7. November 1848 in St. Johann Baptist in Haidhausen eine Konferenz gegründet worden war, folgten weitere Konferenzen im Jahre 1850 in den Münchner Stadtpfarreien St. Anna, St. Peter und Unsere Liebe Frau (Dompfarrei) sowie in der Pfarrei Mariahilf in der Vorstadt Au. Köln – die erste Vinzenz-Konferenz entstand dort 1848 in der Pfarrei Groß St. Martin – hatte in der geschichtlichen Entwicklung der Vinzenz-Konferenzen in Deutschland eine besondere Bedeutung. Dort schlossen sich mehrere Vinzenzvereine zum sog. örtlichen Verwaltungsrat zusammen; 1849 erweiterte sich der Verwaltungsrat Köln zum Verwaltungsrat für Rheinpreußen mit Sitz in Köln. Der Provinzialordnung des Reiches folgend wurde dieser in Provinzialverwaltungsrat umbenannt. Weitere Provinzialverwaltungsräte, in München im Jahre 1851, wurden eingerichtet. Beim Katholikenrat in Trier 1887 wurden anstelle der Provinzialverwaltungsräte Oberverwaltungsräte geschaffen, die im Wesentlichen den Diözesangrenzen folgten. Im Jahre 1904 war der Vinzenzverein auf 13 Oberverwaltungsräte mit insgesamt 800 Konferenzen angewachsen.

Errichtung von Diözesanräten im Jahre 1907

Der Ruf nach einer für ganz Deutschland tätigen Zentrale führte bei einem Treffen der Delegierten der Oberverwaltungsräte am 13. Juni 1907 in Köln zu einer Neuorganisation. An die Stelle der aufgehobenen Oberverwaltungsräte traten die Diözesanräte. Als Zentrale der deutschen Vinzenz-Konferenzen wurde Köln erwählt. Die Gesamtleitung der deutschen Konferenzen wurde einem Zentralausschuss übertragen, der sich aus den Präsidenten aller Diözesanräte zusammensetzte. Auf einer jährlichen Generalversammlung sollten die gemeinsamen Anliegen beraten werden.

Die mit dieser Zentralisierung verbundene Koordinierungsaufgabe wurde einem hauptberuflichen Generalsekretär übertragen. Ihm oblag insbesondere auch die Pflege der Verbindungen zum Generalrat in Paris und der vinzentinischen Spiritualität sowie die Ausbreitung der Vinzenz-Konferenzen. Die "Vinzenzblätter", deren Herausgabe dem Generalsekretär übernahm, diente dieser Aufgabe; der erste Jahrgang erschien 1912. Präsident des deutschen Vinzenzvereins war der jeweilige Diözesanratsvorsitzende des Erzbistums Köln. Die größte Ausbreitung erreichte der Vinzenzverein in Deutschland Anfang der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts mit 13.000 Mitgliedern in 900 Konferenzen.

Vinzenzverein als Fachverband des Deutschen Caritasverbandes

1897 wurde auf dem zweiten Caritastag in Köln der "Caritasverband für das katholische Deutschland" gegründet, für den die Vinzenz-Konferenzen neben anderen caritativen Vereinigungen zum konstitutiven Element wurden. Auf der Fuldaer Bischofskonferenz im Jahre 1916 wurde dem Deutschen Caritasverband die Gesamtvertretung der katholischen Caritas Deutschlands übertragen. Seitdem ist der Vinzenzverein Fachverband des Deutschen Caritasverbandes.

Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Zeit des Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg trafen den Vinzenzverein hart. 1945 wurde mit 280 Konferenzen ein zahlenmäßiger Tiefstand erreicht. Die Vinzenzbblätter, die 1939 ihr Erscheinen einstellen mussten, lebten wieder auf; seit 1970 werden sie unter dem Titel "Begegnen und Helfen" mit den (Elisabeth-) Caritaskonferenzen herausgegeben. Am 29. Juni 1966 wurde in der Blumenstraße 20 in Köln das neue Generalsekretariat unter dem Namen"Friedrich - Ozanam - Haus" eröffnet. Am 27./29. Mai 1961 gab sich der Vinzenzverein den Namen "Gemeinschaft der Vinzenz - Konferenzen Deutschlands". Der Zentralausschuss wurde zum Hauptrat. 1978 gab sich die Gemeinschaft der Vinzenz - Konferenzen Deutschlands eine neue Grundordnung. 1986 beschloss der Hauptrat eine Satzung der Gemeinschaft der Vinzenz - Konferenzen Deutschlands e.V., die unter Weiterbestehen der bestehenden Grundordnung zur Rechtsstellung eines eingetragenen Vereins führte.

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Termine

  • 12. Mai 2018; 09:00 Uhr:
    Mitgliederversammlung im Vincentinum
  • 16. Juni 2018; ab 11 Uhr
    Infostand am Bennofest/ Stadtgründungsfest

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